Wenn es um das Giessen von Orchideen geht, besteht oftmals grosse Unsicherheit. Viele getrauen sich kaum, diesen exotischen Schönheiten mehr als nur ein Schlückchen Wasser zu geben. Die meisten im Handel erhältlichen Orchideen benötigen jedoch mehr Wasser als allgemein angenommen wird.
Was das Orchideen-Giessen anbelangt, sind viele sehr zurückhaltend – aus lauter Angst, etwas falsch zu machen bzw. die Orchidee zu ersäufen. Das Motto ist dann: lieber nur einen Fingerhut voll oder die Pflanze besprühen, als zu viel Wasser verabreichen. Doch Orchideen sind Pflanzen wie andere Zimmerpflanzen auch und haben ihre individuellen Bedürfnisse.
Allgemeines zum Giessen von Orchideen
Der Wasserbedarf variiert von Art zu Art. Erkundigen Sie sich deshalb beim Kauf nach den Bedürfnissen ihrer gewählten Orchidee.
Faustregeln:
- Ist eine Orchidee im Wachstum – besonders, wenn sie neue Triebe bildet –, benötigt sie ausgiebig Wasser, das heisst, je nach Standort und Raumtemperatur ein- bis zweimal wöchentlich giessen. Sie soll gleichmässig mit Feuchtigkeit versorgt sein.
- Vor dem nächsten Giessen immer abtrocknen lassen.
- Sind die Bulben (z. B. von Cattleya, Miltonia oder Dendrobium) oder die Blätter schrumpelig, dann stehen die Pflanzen entweder zu nass oder zu trocken.
- Orchideen mögen keine Staunässe.
- Das Wasser soll lauwarm sein.
- Nicht jede Orchidee soll besprüht werden – schon gar nicht die ganze Pflanze.
Wann soll eine Orchidee Wasser bekommen?
Es lässt sich auf verschiedene Arten prüfen, ob eine Orchidee Wasser benötigt. Erweist sich eine Pflanze beim Anheben als sehr leicht, ist dies bereits ein Zeichen für Trockenheit – ebenso, wenn sich das Substrat beim Anfassen nicht mehr feucht-kühl anfühlt. Die meistverkaufte Orchidee ist die Phalaenopsis. Der Wasserbedarf lässt sich bei ihr gut an den Wurzeln ablesen. Dazu hebt man den durchsichtigen Kulturtopf aus dem Übertopf. Sind die Wurzeln sattgrün, ist sie noch gut mit Feuchtigkeit versorgt. Ist deren Farbe jedoch silbrig-grau, ist es Zeit für eine erneute Wassergabe.
Orchideen-Kultur im Substrat
Die meisten im Handel erhältlichen Orchideen wachsen in speziellem Orchideen-Substrat. Hier hat sich die Tauchmethode bewährt. In der Regel stellt man den Kulturtopf zu Hause in einen dekorativen Übertopf. So kann man Wasser einfüllen, bis der Übertopf randvoll ist und nach etwa 30 Minuten das übriggebliebene Wasser wieder ausschütten.
Orchideen-Kultur ohne Substrat
Vanda-Orchideen kommen ohne Substrat aus. Sie hängen entweder frei in Draht-Körbchen oder man stellt sie in Glasvasen. Diese Orchideen versorgt man durch tägliches Besprühen der Wurzeln (nie die ganze Pflanze) mit Feuchtigkeit. An trocken Tagen kann dies bei freihängenden Exemplaren mehrmals pro Tag notwendig sein. Es ist zu empfehlen, die Wurzeln solcher Orchideen hin und wieder für ca. eine halbe Stunde in ein mit Wasser gefülltes Gefäss zu stellen, damit sie sich richtig vollsaugen können.
Orchideen-Kultur auf Rinden
Pflanzen, die auf einer Rinde wachsen, kann man entweder täglich im Wurzelbereich besprühen (nicht die ganze Pflanze) oder einmal pro Woche für ca. eine halbe Stunde in ein mit Wasser gefülltes Gefäss stellen, damit sie sich vollsaugen können.
Wyss Samen und Pflanzen AG, Christine Beuret