Ein idealer Garten spricht nicht nur den Seh-, sondern auch den Geruchs- und Geschmackssinn an. Dabei spielen Kräuter eine bedeutende Rolle. Es sind Pflanzen, die unser Auge erfreuen und uns auf vielfältige Weise dienen. Zu ihnen gehört die Zitronenmelisse. Einmal gehabt, will man sie nicht mehr missen.
Melissa officinalis – so lautet der botanische Name der Zitronenmelisse – ist seit dem Altertum als Bienen, Heil-, Gewürz- und Zierpflanze bekannt. Geschätzt wird sie vor allem wegen ihres aromatischen Geschmacks und ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften. Das ganze Kraut, insbesondere jedoch die Blätter, duften beim Zerreiben angenehm nach Zitrone. Der Name «Melissa» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «Honigbiene». Tatsächlich ist die Zitronenmelisse auch eine gute Bienenpflanze. Die gelblich-weissen Blüten erscheinen von Anfang Juli bis Ende August.
Das Küchenkraut benötigt einen sonnigen, aber nicht zu trockenen Platz und einen lockeren humosen Boden. Eine Kompostgabe im Frühling tut der Pflanze gut. Der mehrköpfige Wurzelstock vergrössert sich von Jahr zu Jahr. Die Pflanze bildet Wurzelausläufer, mit denen sie sich ausbreiten und im Garten überhandnehmen kann. Zitronenmelisse gedeiht aber auch in einem Topf sehr gut.
Ernte und Verwendung
Zitronenmelisse bietet eine lange Erntezeit – vom Frühling bis Ende Oktober. Für den Frischgebrauch verwendet man junge Blätter und Triebspitzen. Die Haupternte erfolgt am besten vor der Blüte, denn da hat das Kraut das intensivste Aroma. Die Stiele werden etwa 10 cm über dem Boden abgeschnitten. Die Melisse-Blätter können mit oder ohne Stängel an einem schattigen luftigen Platz ausgebreitet und getrocknet werden. Der Trocknungsprozess sollte zügig erfolgen können, weil die Blätter rasch braun werden und dann nicht mehr appetitlich aussehen. Aufbewahrt wird die getrocknete Zitronenmelisse in einem gut schliessenden Gefäss.

In der Küche lässt sich die Zitronenmelisse sehr vielfältig einsetzen, und zwar überall dort, wo ein Hauch von Zitrone eine Geschmacksbereicherung verspricht, so zum Beispiel in Salatsaucen, Quark Suppen, Marinaden oder zu Fisch und Geflügel. Auch für Die Zubereitung von Getränken wie Bowlen oder Tees eignet sich das Küchenkraut hervorragend. Ein feiner Tee ergibt sich aus frischer Minze mit Zitronenmelisse; aber auch Früchtetees verleiht die Zitronenmelisse eine frische Note.
Frische zerquetschte Blätter wirken auf kleinen Wunden entzündungshemmend, kühlend und schmerzstillend. Dies gilt insbesondere bei auch bei Insektenstichen.
Wyss Samen und Pflanzen AG, Christine Beuret